Impfstoff gegen Ebola gefunden

Impfstoff gegen Ebola gefunden

Gerade mal 18 Monate sind seit dem größten Ebola-Ausbruch aller Zeiten im Februar 2014 in Westafrika vergangen. Das Virus hat seitdem mehr als 11.000 Menschen allein in Guinea, Liberia und Sierra Leone ihr Leben gekostet. Nun ist es Forschern erstmals gelungen, eine Schutzwirkung in einem Ebola-Impfstoff nachzuweisen. Dieser könnte nun das Ende der Ebola-Epidemie in den afrikanischen Ländern einleiten. Bei einer großen Studie in Guinea schützte das Mittel „VSV-ZEBOV“ alle Teilnehmer nachhaltig vor einer Ansteckung.

Was ist Ebola eigentlich?

Bei der Krankheit, die übrigens nach einem Nebenfluß des Kongos benannt wurde, nehmen winzige wurmförmige Viren den Körper ihres Opfers in Besitz. Dabei verursachen sie die pure Verwüstung. Aber zunächst schlummern die Ebola-Viren erstmal bis zu drei Wochen im Körper des Infizierten, bis dieser die Symptome bemerkt. Die Menschen bekommen Fieber und das steigt sehr schnell sehr hoch. Dann bricht das Immunsystem komplett zusammen und das Blut stockt beim Befallenen regelrecht in den Adern, bis diese platzen. Das Blut läuft ins Körperinnere und tritt im Endstadium dann aus allen Körperöffnungen des Opfers aus.

Ebola verläuft sehr schnell und die Kranken sehen aus, als würden sie einem Horrorfilm entstammen. Zudem ist das Ebolafieber hochansteckend und führt fast immer zum Tod. Die Wahrscheinlichkeit liegt beispielsweise beim „Zaire-Virus“, einem gefürchteten Ebola-Stamm, bei beängstigenden 90 Pozent! Ärzte können kaum helfen. Ebola wurde erstmalig im Jahre 1976 entdeckt. Damals gab es allerdings „nur“ 431 Tote…

Könnte Ebola auch nach Europa kommen?

Theoretisch ja. Stellen wir uns mal vor, ein Geschäftsreisender infiziert sich und steigt wieder ins Flugzeug nach Deutschland. Dort trifft er sich während der Inkubationszeit von ja immerhin 3 Wochen mit 50 anderen Geschäftsleuten aus England, Frankreich, den USA u.s.w. Diese fliegen dann wiederum in ihre Heimatländer zurück… unvorstellbar? Eigentlich könnte Ebola somit die „zweite Pest“ werden und weltweit Millionen Menschen dahinraffen. Theoretisch.

Stephan Becker ist Experte für Ebola und vergleichbar gefährliche Viren an der Uni Marburg. Er gab vor genau einem Jahr in einem Interview Entwarnung: „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Krankheit in Europa Fuß fasst.“ Angeblich würden Infizierte hier schnell erkannt und in einer der sogenannten Sonderisolierstationen in Hamburg, Berlin, Leipzig, Würzburg, München, Stuttgart, Saarbrücken, Frankfurt/Main und Düsseldorf in Quarantäne gesteckt. Zudem müsse schon ein enger Körperkontakt stattgefunden haben. Wenn ein Infizierter z.B. während einer Konferenz niest, soll das nicht auch zwangsläufig alle anderen Teilnehmer mit dem teuflischen Virus infizieren.

Ist die Gefahr nun endgültig gebannt?

Von einem hundertprozentig wirksamen Schutz durch den neuen Impfstoff kann man derzeit wohl leider noch nicht sprechen. Die Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO und des US-Pharmakonzerns Merck & Co mit 4000 Teilnehmern hat zwar ergeben, dass „VSV-ZEBOV“ nach zehn Tagen zu 100 Prozent vor einer Ebola-Ansteckung schützt, aber das zuständige Gremium spricht erstmal „nur“ von einem „akzeptablen Ergebnis“. Bei dem Feldversuch wurden über einen Zeitraum von zwölf Monaten vorwiegend Menschen geimpft, die engen Kontakt zu Neuinfizierten hatten und dadurch als besonders gefährdet galten.

Erschwerend kommt hinzu, dass das Mittel kalt gelagert werden muss. Gerade in Afrika kein unbedingt einfaches Unterfangen… Derzeit sind die Neuansteckungen in den am schlimmsten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone allerdings stark rückläufig, sodass eine wirksame Bekämpfung von Ebola durch den neuen Impfstoff zumindest gute Aussichten auf Erfolg haben könnte.

Weitere Infos zum Thema Impfung findest Du auch auf der Webseite des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Bildquelle: CFalk / pixelio.de

 

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02. August 2015 von Matthias
Kategorien: Krankheiten & Allergien | Schlagwörter: , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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